
Archiv für Februar 2009
Foto im Heidelberger Kunstverein
Samstag, 21. Februar 2009SMASH137 tagt den Heidelberger Kunstverein
Freitag, 20. Februar 2009
Jetzt erst recht oder Recht erst jetzt?
Freitag, 20. Februar 2009
Quelle: Basler Zeitung vom 20.02.09
Smash 137 - Nach 18 Jahren hat es ihn erwischt
Der Lokführer stutzt. In tiefster Nacht sieht er drei Gestalten, die bei den Bahngeleisen des Bahnhofs SBB am Sprayen sind. Er fährt zurück. Fährt wieder vor. Die Gestalten ducken sich. Der Lokführer ruft die Polizei. Zwei Autos rücken aus und verfolgen die drei Gestalten. Später erwischen sie den 27-jährigen L. O. Auf seiner Stirn rinnt Schweiss. An seinen Schuhen klebt Sand. Ist es derselbe Sand wie bei der Mauer, die besprayt wurde? Und schwitzt der Mann, weil er gerannt ist?
Die Mauer, die hinter dem Kinderspielplatz an der Hochstrasse liegt, gehört dem Baudepartement (BD). Dieses stellt Strafantrag, die drei Männer erhalten einen Strafbefehl. Einer der drei akzeptiert und bezahlt die Strafe von 30 Tagessätzen. Die anderen beiden wehren sich und müssen deswegen vor dem Strafgericht erscheinen – wegen Sachbeschädigung und unbefugtem Betreten des Bahnareals. Nun ist einer der beiden nicht einfach irgendein Sprayer, sondern Smash, genauer «Smash137».
Bei der Einvernahme hatte der Dreissigjährige die Tat noch geleugnet. Vor Gericht gibt er zu: «Ja, ich wars.» Eines der drei Graffiti, nämlich jenes mit dem Schriftzug «Smash», stamme von ihm. Sein Kollege L. O. sagt, er habe nichts damit zu tun. Er sei ganz normal nach Hause spaziert. Die Polizei aber vermutet, dass der Sand an seinen Schuhen identisch sei mit jenem am Tatort.
Baudepartement: Strafantrag aus Prinzip Während der Verhandlung stellt Andreas Noll, Anwalt von Smash, den Antrag, das Baudepartement anzufragen, ob es nicht doch vom Strafantrag zurücktreten wolle – schliesslich habe Smash auf der Rückseite der besagten Mauer ganz legal den Kinderspielplatz mit seinen Sprayereien mitgestaltet. Gerichtspräsident Gilbert Thiriet rief deswegen in einer Verhandlungspause BD-Pressesprecher Marc Keller an, welcher den Strafantrag unterschrieben hatte. Das BD halte am Strafantrag fest, erklärt Thiriet danach. «Aus prinzipiellen Gründen.» Andreas Noll meint im Plädoyer, er gehe davon aus, dass man die Graffiti am Bahnhof toleriere – denn entfernen würde man sie ja nicht.
Das Untersuchungsverfahren sei exorbitant teuer gewesen. Über 19 000 Franken habe es gekostet. «Dabei hat das Delikt beinahe Bagatellcharakter», so Noll. Das Verhältnismässigkeitsprinzip sei klar verletzt worden. Noll plädiert auf Freispruch. Einzig für das unbefugte Betreten sei eine Busse auszusprechen. Und Christoph Haffenmeyer plädiert bei L. O. auf Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft beantragte bei beiden eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen, bei L. O. allerdings unbedingt. Richter Thiriet spricht im Urteil L. O. wegen Sachbeschädigung schuldig. So habe der dritte Sprayer in der Einvernahme L. O. als Compagnon erwähnt. Dass er danach seine Aussage widerrufen habe, mache das Gesagte aber nicht ungeschehen. Auch sei es merkwürdig, dass L. O. so dick vermummt gewesen sei. Er erhält 30 Tagessätze à 70 Franken bedingt und 100 Franken Busse wegen unbefugtem Betreten des Areals.
Da Smash geständig ist, erhält er 20 Tagessätze à 70 Franken bedingt und ebenso eine Busse von 100 Franken. Smash muss allerdings zusätzlich die Gerichtskosten von 7400 Franken übernehmen. Dies, weil wegen der früheren Nichtaussage sein Computer untersucht worden sei, so Thiriet. «Auch Picasso oder DalÍ wären verurteilt worden» Beim Sprayen reiche es, wenn das Erscheinungsbild beeinträchtigt werde, sagt Thiriet und verweist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts im Fall Harald Nägeli, dem Sprayer von Zürich. Zwar lobt Thiriet Smashs Kunstwerke, meint aber: «Auch ein Picasso oder ein DalÍ wären verurteilt worden.» Der Begriff Kunst spiele da keine Rolle.
Smash, der seine Kunst dort anbringen möchte, wo sie gesehen werde, sagt, beim Sprayen gehe es ihm nicht um den Kick. Er wolle sich ins Stadtbild einflechten. Das Urteil sei ein harter Schlag für ihn. Er könne vorher ja nicht bei jeder Wand um Erlaubnis fragen, ob sprayen hier legal sei oder nicht. Besonders stolz war Smash nämlich darauf, dass er in den achtzehn Jahren, seit denen er spraye, nie erwischt worden sei. Immerhin: An die Probezeit von zwei Jahren wolle er sich besser halten.
Kuckucksuhren auf der DLD im Haus der Kunst
Freitag, 6. Februar 2009
In bester Gesellschaft

DLD im Haus der Kunst München

Locker, locker ...

Verona Pooth vor Stefans Uhr

Nur die Uhr ist schöner
Stefan stellt in der VICIOUS GALLERY Hamburg aus
Freitag, 6. Februar 2009

„Tomorrow Ain’t Promised“ im Kunstverein Heidelberg
Freitag, 6. Februar 2009

20.02.2009 | 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Tomorrow Ain’t Promised“
Kunstverein Heidelberg / Hauptstraße 97 / 69117 Heidelberg
„Tomorrow Ain’t Promised“ lautet der Titel der Ausstellung, die ab dem 20.02. bis zum 03.05.2009 auf der Galerie des Heidelberger Kunstvereins präsentiert wird. Der Ausstellungstitel ist auch gleichzeitig der Name des Projektes, an dem die beiden ausstellenden Künstler Smash137 und RuediOne seit längerer Zeit Arbeiten. Gemeinsam wollen Sie damit dem steten Antrieb der weltweiten Grafitti-Bewegung näher auf den Grund gehen: Was treibt diese Menschen an? Woher kommt dieser Schaffensdrang? Warum der ewige Kreislauf des Neuerschaffens?
Smash137, selbst aktiv schaffender „Writer“. RuediOne, Fotograf, der früher „Writer“ war und die Sprühdose gegen die Kamera
tauschte. Ihr gemeinsames Projekt „Tomorrow Ain’t Promised“ beschreibt aus ihrer persönlichen Sicht die Beweggründe der Szene. Die drei Bereiche Networking, Action und Fame bilden die Grundlage des Projektes.
Writer schaffen keine Werke, die den Anspruch auf Unendlichkeit besitzen. Ihre Arbeiten sind endlich. Die Aura existiert nur für eine gewisse Dauer. Heute gemalt, morgen überstrichen. Was bleibt, ist das Foto, die Erinnerung, der „Fame“ des Einzelnen über den Moment hinaus. Daraus bildet sich ein Kreislauf, bei dem alles wieder von vorne beginnt. Wo es kein Ende gibt und keinen Anfang. In dem man sich im Strom
befindet, aus dem Moment auftaucht, um gleich wieder den nächsten zu suchen. Kein Heute, kein Morgen. „Mit einem Wort mehr gefühlt, als ich es mit tausend Wörtern beschreiben könnte“, sagt Smash137.
Die so entstandenen Bilder sind wie eine Symbiose der beiden Künstler, indem sie uns das Schaffen von Smash137 zeigen und durch die Bild- komposition von RuediOne zugleich einen dokumentarischen, jedoch auch emotionalen Eindruck des „Writings“ erleben lassen. Die hier gezeigten Werke zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem Projekt. Die Fotoarbeiten entstanden 2008 in San Francisco, Basel und New York.
Kuratiert wird die Ausstellung von Wolfram Glatz, Mitbegründer der Krauts Gallery, die sich unter anderem auf Street- und Urban-Art spezialisiert hat.

